Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 31.07.2026
Sucht kennt keine Altersgrenze
Belastende Verluste, Schmerzen, Schlafprobleme und Einsamkeit können problematischen Konsum begünstigen. Besonders Beruhigungs- und Schlafmittel, bestimmte Schmerzmittel sowie Alkohol können zu Abhängigkeit führen. Stürze, Verwirrtheit oder Gedächtnisprobleme werden dann leicht nur dem Alter zugeschrieben.
Mögliche Hinweise
- häufige vorzeitige Rezeptwünsche
- Einnahme höherer Dosen oder zu anderen Zeiten
- heimliche Vorräte
- Stürze, Benommenheit oder wechselnde Stimmung
- Vernachlässigung von Essen, Hygiene oder Terminen
- Beschwerden, wenn eine Substanz fehlt
Ein einzelnes Zeichen beweist keine Abhängigkeit. Eine fachliche Diagnostik ist notwendig.
Respektvoll ansprechen
Beschreiben Sie konkrete Beobachtungen ohne Vorwurf: „Du bist in diesem Monat dreimal gestürzt und die Tabletten sind früher leer.“ Vermeiden Sie Etiketten. Fragen Sie nach Nutzen, Sorgen und Bereitschaft zu einem ärztlichen Gespräch.
Nicht abrupt entziehen
Alkohol sowie bestimmte Schlaf-, Beruhigungs- und Schmerzmittel können bei körperlicher Abhängigkeit gefährliche Entzugssymptome auslösen. Deshalb niemals eigenmächtig wegnehmen oder abrupt absetzen. Entgiftung und Dosisreduktion gehören medizinisch geplant.
Schwere Unruhe, Krampfanfälle, Halluzinationen, Bewusstseinsstörung oder Kreislaufprobleme sind Notfallzeichen: sofort 112 rufen.
Medikamente vollständig prüfen
Alle verschriebenen, frei gekauften und pflanzlichen Mittel sowie Alkoholgebrauch offen angeben. Hausarztpraxis, Apotheke, Suchtberatung und gegebenenfalls Fachpsychiatrie können gemeinsam unterstützen. Das Ziel wird mit der betroffenen Person festgelegt.
Häufige Fragen
Ist täglicher Alkoholkonsum im Alter unproblematisch?
Nein. Alter, Erkrankungen und Medikamente erhöhen Risiken. Gesundheitlich am sichersten ist es, keinen Alkohol zu trinken.
Darf die Familie Tabletten verstecken?
Ein eigenmächtiger Entzug kann gefährlich sein und verletzt Selbstbestimmung. Zuerst professionelle Hilfe organisieren.
Kann Abhängigkeit noch im Alter behandelt werden?
Ja. Behandlung und Beratung können Lebensqualität und Sicherheit auch im hohen Alter verbessern.
Wohin kann man sich wenden?
Hausarztpraxis, örtliche Suchtberatungsstelle, sozialpsychiatrischer Dienst und spezialisierte Kliniken sind mögliche Anlaufstellen.
Weiterlesen
- Polypharmazie: zu viele Medikamente
- Medikamente sicher stellen und geben
- Psychologische Hilfe für Pflegende
Quellen
Persönliche Pflegeberatung zu Sucht im Alter: Alkohol und Medikamente
Sie müssen das nicht allein sortieren. Eine Pflegeberaterin bespricht mit Ihnen, welche Leistungen in Ihrer Situation infrage kommen, welche Anträge sinnvoll sind und wer zuständig ist – kostenfrei und unverbindlich.
- Einschätzung zu Pflegegrad, Leistungen und Hilfsmitteln
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Lieber selbst einen Termin wählenPassende Themen zu Sucht im Alter
- Polypharmazie: zu viele MedikamentePriscus-Liste und Medikationsplan nutzen.
- Depression im Alter erkennenOft verwechselt mit Demenz.
Ihr nächster Schritt
Sie wissen jetzt, was bei „Sucht im Alter“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:
- 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
- 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
- 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.