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§ 39 und § 45b SGB XI

Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag 2026: Das steht Ihnen zu.

Ab Pflegegrad 2 stehen Ihnen im Kalenderjahr bis zu 3.539 € für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege gemeinsam zur Verfügung. Zusätzlich gibt es ab Pflegegrad 1 den Entlastungsbetrag von 131 € im Monat, also 1.572 € im Jahr. Beide Töpfe sind unabhängig voneinander einsetzbar.

Gemeinsamer Jahresbetrag
3.539 € pro Kalenderjahr für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, frei aufteilbar.
Entlastungsbetrag
131 € monatlich ab Pflegegrad 1 für Betreuung und Alltagshilfe.
Seit Juli 2025
Ein gemeinsamer Topf statt zwei getrennter Budgets, keine Vorpflegezeit mehr.
  • DSGVO-konformServer in Deutschland, verschlüsselt, keine Aufzeichnung.
  • Qualifizierte BeratungBeratungseinsätze nur durch Pflegefachkräfte.
  • Kostenfrei für SieAbrechnung direkt mit Ihrer Pflegekasse.
  • UnabhängigKeine Provisionen, keine Produktverkäufe.

Ihr Budget 2026 nach Pflegegrad.

Der gemeinsame Jahresbetrag ist unabhängig vom Pflegegrad gleich hoch – entscheidend ist nur, dass mindestens Pflegegrad 2 vorliegt. Der Entlastungsbetrag steht bereits ab Pflegegrad 1 zur Verfügung.

Gemeinsamer Jahresbetrag, Entlastungsbetrag und Pflegegeld je Pflegegrad im Jahr 2026
PflegegradVerhinderungs- und KurzzeitpflegeEntlastungsbetragPflegegeld
Pflegegrad 1kein Anspruch131 € / Monat
Pflegegrad 23.539 €131 € / Monat347 € / Monat
Pflegegrad 33.539 €131 € / Monat599 € / Monat
Pflegegrad 43.539 €131 € / Monat800 € / Monat
Pflegegrad 53.539 €131 € / Monat990 € / Monat

Stand 2026. Das Pflegegeld läuft während der Verhinderungspflege in der Regel zur Hälfte weiter.

So beantragen Sie Verhinderungspflege.

  1. Schritt 1 · vor der Ersatzpflege

    Bedarf und Budget klären

    Prüfen Sie, wie viel vom gemeinsamen Jahresbetrag (3.539 €) in diesem Kalenderjahr noch frei ist und ob der Entlastungsbetrag von 131 € monatlich zusätzlich passt. Die Pflegekasse nennt den Restbetrag auf Anfrage.

  2. Schritt 2 · Pflegedienst, Nachbarschaft oder Angehörige

    Ersatzpflege organisieren

    Die Ersatzpflege kann ein zugelassener Pflegedienst, eine Einzelpflegekraft oder eine nahestehende Person übernehmen. Bei Verwandten bis zum zweiten Grad und Personen im selben Haushalt gelten geringere Erstattungsgrenzen.

  3. Schritt 3 · vorher oder nachträglich möglich

    Antrag bei der Pflegekasse stellen

    Die Pflegekasse stellt ein Formular für Verhinderungspflege bereit. Der Antrag kann auch nach der Ersatzpflege eingereicht werden – solange er im laufenden Erstattungszeitraum liegt.

  4. Schritt 4 · nach der Ersatzpflege

    Nachweise einreichen und Erstattung erhalten

    Eingereicht werden Rechnungen des Pflegedienstes oder Quittungen der Pflegeperson mit Datum, Stunden und Betrag. Die Pflegekasse erstattet bis zur Höhe des freien Budgets.

Diese Gründe führen häufig zu Kürzungen

  • Unvollständige NachweiseQuittungen ohne Datum, Stundenzahl oder Unterschrift werden regelmäßig zurückgewiesen. Notieren Sie jeden Einsatz direkt am selben Tag.
  • Budget bereits verbrauchtKurzzeitpflege und Verhinderungspflege teilen sich einen Topf. Wer im Frühjahr viel Kurzzeitpflege nutzt, hat später weniger für Ersatzpflege übrig.
  • Ersatzpflege durch nahe AngehörigeHier gilt eine geringere Erstattungsgrenze. Fahrt- und Verdienstausfallkosten müssen gesondert belegt werden.
  • Antrag im falschen KalenderjahrMaßgeblich ist der Zeitraum der Ersatzpflege, nicht das Rechnungsdatum. Leistungen über den Jahreswechsel hinweg werden aufgeteilt.

Drei Beispiele aus dem Pflegealltag.

Zwei Wochen Urlaub der Tochter

Die Mutter hat Pflegegrad 3 und wird von der Tochter versorgt. Während deren Urlaub übernimmt ein ambulanter Pflegedienst die Versorgung an 14 Tagen.

  • Rechnung des Pflegedienstes: 1.480 €
  • Erstattung aus dem Jahresbetrag: 1.480 € (Rest im Jahr: 2.059 €)
  • Pflegegeld läuft in dieser Zeit zur Hälfte weiter

Die Familie zahlt nichts aus eigener Tasche, das halbe Pflegegeld bleibt zusätzlich erhalten.

Pflegeperson wird selbst krank

Der pflegende Ehemann liegt drei Wochen im Krankenhaus. Die Ehefrau mit Pflegegrad 4 wird zu Hause durch eine Einzelpflegekraft versorgt.

  • Kosten der Einzelpflegekraft: 2.100 €
  • Erstattung aus dem Jahresbetrag: 2.100 € (Rest im Jahr: 1.439 €)
  • Bei stationärer Versorgung wäre stattdessen Kurzzeitpflege aus demselben Topf möglich

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege greifen auf dasselbe Budget zu – die Familie entscheidet, was zur Situation passt.

Stundenweise Entlastung jede Woche

Der Sohn pflegt seinen Vater mit Pflegegrad 2 und möchte einen festen Nachmittag pro Woche frei haben. Ein Betreuungsdienst kommt vier Stunden wöchentlich.

  • Kosten pro Monat: rund 131 €
  • Abgerechnet über den Entlastungsbetrag: 131 € monatlich
  • Der gemeinsame Jahresbetrag bleibt dadurch unangetastet

Regelmäßige Entlastung läuft über den Entlastungsbetrag, größere Auszeiten über den Jahresbetrag.

Die Beträge in den Beispielen sind gerundete Musterwerte zur Veranschaulichung. Was in Ihrem Fall erstattet wird, hängt von den tatsächlichen Rechnungen und Ihrem Restbudget ab.

Häufige Fragen zu Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag.

Fragen zu „Verhinderungspflege und Entlastungsbetrag“? Wir beraten Sie persönlich.

In einem kostenfreien Gespräch ordnen wir Ihre Situation ein und sagen Ihnen, welcher Schritt jetzt wirklich hilft. Ihr Thema nehmen wir direkt mit in die Vorbereitung.

Kostenfrei und unverbindlich. Wir übergeben nur den Titel dieses Beitrags als Gesprächsanlass – keine Gesundheitsangaben.

Vertrauen und Transparenz

Worauf Sie sich bei uns verlassen können

Pflege ist Vertrauenssache. Deshalb sagen wir klar, wie wir mit Ihren Daten umgehen, wofür unsere Beratung zuständig ist — und wovon wir die Finger lassen.

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Fachliche Einordnung

Was Beratung leistet — und was nicht

  • Gesetzliche Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI führen ausschließlich qualifizierte Pflegeberaterinnen und Pflegeberater durch.
  • Der KI-Pflegeberater gibt allgemeine Orientierung, bereitet Termine vor und vermittelt weiter.
  • Keine Diagnose, keine Therapieempfehlung, keine Rechtsberatung im Einzelfall.
  • Bei akuten Beschwerden wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt — im Notfall wählen Sie 112.
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Seriosität

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Der KI-Pflegeberater beantwortet allgemeine Fragen und dient der Orientierung, Vorbereitung und Terminvermittlung. Gesetzliche Beratungseinsätze nach § 37 Abs. 3 SGB XI führen ausschließlich qualifizierte Pflegeberaterinnen und Pflegeberater durch. Medizinische oder rechtlich verbindliche Entscheidungen trifft ausschließlich eine qualifizierte Fachkraft.

Rechtsstand: Juli 2026 · Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen. Gesetzliche Änderungen sowie Vorgaben der Pflegekassen können jederzeit Anpassungen erforderlich machen.

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