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Herausforderndes Verhalten verstehen

Aggression, Misstrauen, Rufen: Ursachen finden.

Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 30.07.2026

Rufen, Abwehr, Unruhe oder Aggression werden oft als „schwieriges Verhalten“ beschrieben. Für die betroffene Person kann das Verhalten eine Reaktion auf Schmerz, Angst, Überforderung oder eine unverständliche Umgebung sein. Die wichtigste Frage lautet deshalb nicht nur „Wie stoppe ich das?“, sondern „Was könnte die Person gerade brauchen?“

Häufige Auslöser

Körperlich

  • Schmerzen,
  • Infekt oder Fieber,
  • Hunger, Durst,
  • Verstopfung oder Harndrang,
  • Müdigkeit,
  • Nebenwirkungen,
  • Hör- oder Sehprobleme.

Umgebung

  • Lärm,
  • zu viele Menschen,
  • schlechte Beleuchtung,
  • ungewohnter Ort,
  • Zeitdruck,
  • zu komplizierte Aufgabe.

Beziehung und Gefühl

  • Angst,
  • Scham bei Intimpflege,
  • Verlust von Kontrolle,
  • nicht verstandene Sprache,
  • Einsamkeit,
  • frühere belastende Erfahrungen.

ABC-Protokoll

Notieren Sie für mehrere Situationen:

Bei Demenz lohnt sich ein Beratungsgespräch zur Vorbereitung, damit kognitive Einschränkungen vollständig dokumentiert werden.

  • A – Auslöser: Was geschah unmittelbar vorher?
  • B – Beobachtung: Was tat oder sagte die Person konkret?
  • C – Konsequenz: Wie reagierte die Umgebung, was half oder verschlechterte?

So werden Muster sichtbar, ohne die Person pauschal zu bewerten.

Akute Situation entschärfen

  • Abstand halten und Ausgang frei lassen,
  • ruhig und mit wenigen Worten sprechen,
  • nicht festhalten oder bedrohen,
  • Zuschauer reduzieren,
  • eine vertraute Person hinzunehmen,
  • Schmerz oder Toilettenbedarf prüfen,
  • bei Gefahr Raum verlassen und Hilfe rufen.

Wenn die Pflegeperson die Kontrolle zu verlieren droht, muss sofort eine Ersatzperson übernehmen.

Medizinische Abklärung

Neue oder rasch stärkere Verhaltensänderungen gehören ärztlich geprüft. Besonders wichtig sind:

  • Delir,
  • Infektion,
  • Schmerzen,
  • Medikamentenänderung,
  • Dehydrierung,
  • Sturz oder Verletzung,
  • Depression,
  • Schlafstörung.

Beruhigende Medikamente sind keine einfache Standardlösung. Nutzen und Risiken müssen individuell abgewogen und regelmäßig überprüft werden.

Vorbeugen

  • vertraute Tagesstruktur,
  • regelmäßige Bewegung,
  • passende Beschäftigung,
  • ausreichend Trinken,
  • gut sitzende Hörgeräte und Brille,
  • Zeit bei Körperpflege,
  • Wahlmöglichkeiten,
  • feste Entlastung der Pflegeperson.

Häufige Fragen

Ist Aggression Teil der Persönlichkeit?

Nicht unbedingt. Erkrankung, Angst, Schmerzen und Situation können Verhalten stark verändern.

Darf ich die Person festhalten?

Körperliches Festhalten kann eine freiheitsbeschränkende Maßnahme und gefährlich sein. Nur akute Notwehr- oder Nothilfesituationen sind gesondert zu beurteilen.

Wann ist ein Medikament sinnvoll?

Erst nach Ursachenprüfung und ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung, besonders bei erheblicher Gefahr oder schwerem Leiden.

Was, wenn ich selbst wütend werde?

Abstand, Vertretung und Entlastung organisieren. Wiederkehrender Kontrollverlust ist ein Warnsignal für eine unsichere Pflegesituation.

Hinweis: Allgemeine Information; plötzliche Veränderungen medizinisch abklären.

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Quellen

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Häufige Fragen

Ist Aggression Teil der Persönlichkeit?

Nicht unbedingt. Erkrankung, Angst, Schmerzen und Situation können Verhalten stark verändern.

Darf ich die Person festhalten?

Körperliches Festhalten kann eine freiheitsbeschränkende Maßnahme und gefährlich sein. Nur akute Notwehr- oder Nothilfesituationen sind gesondert zu beurteilen.

Wann ist ein Medikament sinnvoll?

Erst nach Ursachenprüfung und ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung, besonders bei erheblicher Gefahr oder schwerem Leiden.

Was, wenn ich selbst wütend werde?

Abstand, Vertretung und Entlastung organisieren. Wiederkehrender Kontrollverlust ist ein Warnsignal für eine unsichere Pflegesituation.

Ihr nächster Schritt

Sie wissen jetzt, was bei „herausforderndes Verhalten Demenz“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:

  1. 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
  2. 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
  3. 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.

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Kostenfrei und unverbindlich. Wir übergeben nur den Titel dieses Beitrags als Gesprächsanlass – keine Gesundheitsangaben.

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