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Formloser Antrag: Muster und Formulierung

Drei Sätze genügen — die aber richtig.

Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 30.07.2026

Leistungen der Pflegeversicherung müssen beantragt werden. Der erste Antrag auf Feststellung eines Pflegegrades kann grundsätzlich formlos bei der Pflegekasse gestellt werden. Dafür ist noch keine ausführliche Beschreibung sämtlicher Erkrankungen notwendig. Wichtig ist, dass eindeutig erkennbar ist, wer Leistungen beantragt und dass der Antrag die Pflegeversicherung betrifft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Antrag an die Pflegekasse der versicherten Person richten.
  • Die Pflegekasse ist bei der Krankenkasse angesiedelt.
  • Privat Versicherte wenden sich an ihre private Pflegeversicherung.
  • Ein kurzer, eindeutiger Antrag kann zunächst ausreichen.
  • Antrag möglichst nachweisbar versenden.
  • Angehörige benötigen eine Vollmacht, wenn sie vertreten sollen.

Mustertext für einen Erstantrag

Hinweis: Die folgenden Formulierungen sind eine unverbindliche Formulierungshilfe und ersetzen keine Rechtsberatung. Prüfen Sie den Text auf Ihre persönliche Situation.

Vorname Nachname, Anschrift, Versichertennummer, soweit bekannt — An die Pflegekasse bei [Name der Krankenkasse] — Betreff: Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung und Feststellung eines Pflegegrades — Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit beantrage ich Leistungen der Pflegeversicherung und die Feststellung eines Pflegegrades. Bitte bestätigen Sie mir den Eingang dieses Antrags schriftlich und senden Sie mir die erforderlichen Unterlagen zu. Mit freundlichen Grüßen, Datum und Unterschrift

Für einen Höherstufungsantrag muss deutlich werden, dass bereits ein Pflegegrad besteht:

Hiermit beantrage ich wegen einer dauerhaften Verschlechterung meiner Selbstständigkeit und Fähigkeiten die erneute Begutachtung und Höherstufung meines bestehenden Pflegegrades.

Welche Angaben sind sinnvoll?

  • vollständiger Name
  • Anschrift
  • Geburtsdatum
  • Versichertennummer, soweit bekannt
  • eindeutige Antragsart
  • Datum
  • gewünschter Kontaktweg
  • bei Vertretung: Name des Bevollmächtigten und Vollmachtsnachweis

Ausführliche Gesundheitsdaten sollten nicht über unsichere allgemeine Websiteformulare oder Messenger versendet werden.

Warum das Antragsdatum wichtig ist

Leistungen werden nicht allein deshalb gewährt, weil Pflegebedürftigkeit schon länger besteht. Es braucht einen Antrag. Deshalb sollte der Antrag gestellt werden, sobald ein voraussichtlich mindestens sechs Monate bestehender Unterstützungsbedarf erkennbar ist.

Lassen Sie sich den Eingang bestätigen. Bei E-Mail, Fax, Brief oder Onlineportal unterscheiden sich Nachweismöglichkeiten und Datenschutz. Ein Einlieferungs- oder Sendeprotokoll beweist nicht in jedem Fall den vollständigen Inhalt, ist aber besser als ein nicht dokumentierter Anruf.

Was passiert danach?

Die Pflegekasse:

  1. bestätigt beziehungsweise bearbeitet den Antrag
  2. bietet eine Pflegeberatung an
  3. beauftragt den Medizinischen Dienst oder einen anderen zuständigen Gutachter
  4. sendet gegebenenfalls weitere Unterlagen
  5. entscheidet per schriftlichem Bescheid

Privat Versicherte werden regelmäßig durch Medicproof begutachtet.

Häufige Fehler

  • Antrag nur an einen Pflegedienst schicken
  • keine eindeutige Antragserklärung verwenden
  • falsche versicherte Person nennen
  • nur telefonisch beantragen und keinen Nachweis sichern
  • unnötig viele Gesundheitsdaten per unverschlüsselter E-Mail versenden
  • bei Vertretung keine Vollmacht bereithalten
  • Unterlagen der Pflegekasse liegen lassen

Häufige Fragen

Muss ich das Formular der Pflegekasse abwarten?

Nein. Der erste Antrag kann grundsätzlich formlos gestellt werden. Nachfolgende Formulare sollten dennoch sorgfältig beantwortet werden.

Kann ein Angehöriger den Antrag schreiben?

Ja, wenn er bevollmächtigt ist. Die Pflegekasse kann einen schriftlichen Nachweis verlangen.

Reicht ein Telefonanruf?

Ein Antrag kann telefonisch gestellt werden. Ein schriftlicher oder elektronisch nachweisbarer Weg erleichtert jedoch den Nachweis des Datums und Inhalts.

Muss ein Arzt den Antrag unterschreiben?

Der Pflegegrad-Antrag wird von der versicherten Person oder einer vertretungsberechtigten Person gestellt. Medizinische Unterlagen können später hilfreich sein.

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Quellen

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