Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 31.07.2026
Versorgung richtet sich nach dem persönlichen Ziel
Krebserkrankung und Behandlung können Schmerzen, Übelkeit, Fatigue, Appetitverlust, Hautveränderungen, Infektionsrisiken und seelische Belastungen auslösen. Pflege wird deshalb an Diagnose, Therapie, Wünsche und Tagesform angepasst.
Palliative Versorgung kann Beschwerden lindern und Lebensqualität stärken. Sie ist nicht erst für die letzten Lebenstage gedacht und kann parallel zu einer Krebsbehandlung erfolgen.
Symptome strukturiert erfassen
Dokumentieren Sie Beschwerden, Zeitpunkt, Auslöser, Medikamente und Wirkung. Besonders wichtig sind Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, Stuhlgang, Trinkmenge, Temperatur, Mundschleimhaut und Wachheit. Neue Beschwerden werden dem Behandlungsteam mitgeteilt; Angehörige sollen keine Dosierung selbst verändern.
Kräfte und Ernährung
Fatigue lässt sich nicht einfach ausschlafen. Helfen können Prioritäten, kurze Aktivitätsphasen, Pausen und Unterstützung bei anstrengenden Aufgaben. Essen soll möglichst angenehm bleiben. Kleine Portionen und Lieblingsspeisen können hilfreich sein. Gewichtsverlust, Schluckprobleme, anhaltendes Erbrechen oder sehr geringe Aufnahme gehören fachlich beurteilt.
Infektionen und Therapiekomplikationen
Das Behandlungsteam muss festlegen, ab welcher Temperatur oder bei welchen Beschwerden sofort angerufen werden soll. Bei einer geschwächten Immunabwehr kann Fieber dringend sein.
Schüttelfrost, schwere Atemnot, Bewusstseinsveränderung, starke Blutung oder plötzlich stärkste Schmerzen sind Notfallzeichen.
Hilfen zu Hause
Hausarztpraxis, Onkologie, Pflegedienst und Palliativteam sollten Aufgaben und Erreichbarkeit klären. SAPV kommt bei komplexen, schwerwiegenden Beschwerden infrage und muss verordnet werden. Ambulante Hospizdienste bieten psychosoziale Begleitung, ersetzen jedoch keine medizinische Pflege.
Häufige Fragen
Bedeutet Palliativversorgung, dass keine Krebstherapie mehr möglich ist?
Nein. Palliative Unterstützung kann Beschwerden auch während einer krankheitsgerichteten Behandlung lindern.
Muss bei Appetitlosigkeit zum Essen gedrängt werden?
Nein. Ursachen und Ziele sollten geklärt werden. Druck kann Übelkeit und Belastung verstärken.
Wer erstellt einen Medikamenten- und Notfallplan?
Das behandelnde ärztliche Team, bei komplexer palliativer Situation gemeinsam mit spezialisierten Diensten.
Wann ist ein Hospiz geeignet?
Wenn eine unheilbare Erkrankung weit fortgeschritten, die Lebenszeit begrenzt und Versorgung zu Hause oder im Heim nicht ausreichend möglich oder gewünscht ist.
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Quellen
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- Palliativpflege zu HauseWürdevolle Versorgung in der letzten Lebensphase.
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