Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 31.07.2026
Niereninsuffizienz: Vorgaben sind individuell
Bei einer chronischen Nierenkrankheit verlieren die Nieren nach und nach wichtige Funktionen. In einem fortgeschrittenen Stadium kann eine Nierenersatztherapie notwendig werden. Dazu gehören Hämodialyse, Peritonealdialyse und Nierentransplantation.
Trinkmenge, Ernährung und Medikamente unterscheiden sich je nach Restfunktion, Dialyseverfahren, Laborwerten und Begleiterkrankungen. Allgemeine Verbote sind deshalb ungeeignet. Maßgeblich ist der persönliche Plan des Behandlungsteams.
Dialysetage vorbereiten
Planen Sie Fahrten, Medikamente, Mahlzeiten und Ruhezeiten. Nach einer Hämodialyse können Müdigkeit, niedriger Blutdruck oder Schwindel auftreten. Transfers und Wege sollten dann besonders sicher sein.
Hilfreich sind:
- aktuelle Medikamenten- und Befundlisten
- Notfallkontakte und Dialysezentrum
- Dokumentation von Gewicht und Blutdruck nach Vorgabe
- bequeme Kleidung mit gutem Zugang zum Dialysearm
- ein Plan für ausgefallene Fahrten oder Termine
Gefäßzugang schützen
Bei einem Dialyseshunt werden nach Anleitung Haut, Durchblutung und das typische Strömungsgefühl kontrolliert. Blutdruckmessung, Blutentnahme und einschnürende Kleidung am Shuntarm werden in der Regel vermieden. Rötung, Überwärmung, Schmerz, Schwellung, Blutung oder ein fehlendes Strömungsgefühl müssen sofort mit dem Dialysezentrum geklärt werden.
Ein Dialysekatheter oder Zugang für Peritonealdialyse braucht sorgfältige hygienische Versorgung nach fachlicher Anleitung. Verbände nicht eigenmächtig verändern.
Medikamente und Ernährung
Viele Arzneimittel müssen an die Nierenfunktion angepasst werden. Auch frei verkäufliche Schmerzmittel und pflanzliche Präparate können problematisch sein. Vor der Einnahme immer ärztlich oder pharmazeutisch nachfragen.
Ernährungsberatung kann helfen, Eiweiß, Salz, Kalium, Phosphat und Energie passend zu planen. Die erlaubte Trinkmenge wird individuell festgelegt. Deutlich mehr oder weniger zu trinken als vereinbart kann gefährlich sein.
Warnzeichen
Rasch medizinisch klären: zunehmende Atemnot, starke Schwellungen, ungewöhnliche Gewichtszunahme, sehr wenig Urin, Fieber, Verwirrtheit, wiederholtes Erbrechen oder neue Muskelschwäche.
Bei schwerer Atemnot, Brustschmerz, Bewusstseinsstörung oder nicht stillbarer Blutung am Zugang: sofort 112 rufen.
Häufige Fragen
Müssen Dialysepatienten immer wenig trinken?
Nein. Die Trinkmenge hängt von Restharnmenge, Dialyseart und Gesundheitszustand ab und wird individuell festgelegt.
Darf am Shuntarm Blutdruck gemessen werden?
In der Regel soll der Shuntarm geschützt werden. Die konkrete Anweisung gibt das Dialysezentrum.
Können normale Schmerzmittel eingenommen werden?
Nicht ohne Rücksprache. Einige Mittel können die Niere zusätzlich belasten oder müssen anders dosiert werden.
Was tun, wenn ein Dialysetermin ausfällt?
Sofort das Dialysezentrum kontaktieren und dessen Anweisung befolgen. Nicht eigenständig bis zum nächsten regulären Termin warten.
Weiterlesen
- Polypharmazie: zu viele Medikamente
- Medikamente sicher stellen und geben
- Notfallplan für die häusliche Pflege
Quellen
Persönliche Pflegeberatung zu Dialyse und Niereninsuffizienz
Sie müssen das nicht allein sortieren. Eine Pflegeberaterin bespricht mit Ihnen, welche Leistungen in Ihrer Situation infrage kommen, welche Anträge sinnvoll sind und wer zuständig ist – kostenfrei und unverbindlich.
- Einschätzung zu Pflegegrad, Leistungen und Hilfsmitteln
- Konkrete nächste Schritte statt allgemeiner Broschüren
- Auf Wunsch per Telefon oder Video
Gesundheitsbezogene Angaben sind besonders geschützt. Wir speichern nur, was Sie ausdrücklich freigeben, und löschen Ihre Kontaktdaten nach Abschluss der Anfrage. Datenschutz
Lieber selbst einen Termin wählenPassende Themen zu Dialyse Pflege
- Krankenfahrten und KrankentransportWann die Kasse die Fahrt zum Arzt zahlt.
- Ernährung im AlterMangelernährung erkennen und gegensteuern.
Ihr nächster Schritt
Sie wissen jetzt, was bei „Dialyse Pflege“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:
- 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
- 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
- 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.