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Diabetisches Fußsyndrom

Kontrolle, Schuhe, Podologie auf Rezept.

Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 31.07.2026

Kleine Verletzung, großes Risiko

Diabetes kann Nerven und Durchblutung schädigen. Druckstellen oder Verletzungen werden dann möglicherweise nicht gespürt und heilen schlechter. Jede neue Wunde am Fuß gehört zeitnah fachlich beurteilt.

Tägliche Kontrolle

Füße einschließlich Sohlen und Zehenzwischenräume bei gutem Licht prüfen, bei Bedarf mit Spiegel oder Hilfe. Achten Sie auf Rötung, Blasen, Risse, Schwellung, Verfärbung, Wärme und Nässen. Schuhe vor dem Anziehen auf Fremdkörper und Falten kontrollieren.

Nerven- und Gefäßschäden unterscheiden

Bei Nervenschädigung können Taubheit, Kribbeln, trockene warme Haut und fehlender Schmerz auftreten. Bei Durchblutungsstörung können Füße kühl, blass oder bläulich sein; Wunden liegen häufig an Zehen oder Ferse. Beide Probleme können gleichzeitig bestehen. Eine fachliche Untersuchung von Sensibilität, Durchblutung, Fehlstellungen und Schuhen ist deshalb wichtiger als die reine Sichtkontrolle.

Sichere Pflege

  • Füße kurz mit lauwarmem Wasser reinigen und gut trocknen
  • Haut eincremen, Zehenzwischenräume aussparen
  • Nägel vorsichtig gerade kürzen oder professionelle Fußpflege nutzen
  • Hornhaut und Hühneraugen nicht mit Klingen oder Säuren behandeln
  • nicht barfuß laufen
  • keine Wärmflasche oder Heizkissen an gefühllosen Füßen verwenden

Wassertemperatur wird nicht mit dem möglicherweise gefühllosen Fuß geprüft. Nägel werden bei guter Sicht und ohne Verletzung gekürzt; bei erhöhtem Risiko übernimmt podologische beziehungsweise fachliche Versorgung. Zwischen den Zehen muss die Haut trocken bleiben. Neue Cremes, Pflaster oder Druckschutzprodukte werden nicht unkritisch auf gefährdete Haut geklebt.

Schuhe und Druckentlastung

Schuhe werden innen mit der Hand auf Nähte, Steinchen und Falten geprüft. Sie brauchen ausreichend Platz, sicheren Halt und dürfen nicht einlaufen müssen. Rötungen nach dem Ausziehen zeigen möglichen Druck. Angepasste Einlagen oder diabetesgeeignete Schuhe müssen regelmäßig auf Passform und Verschleiß kontrolliert werden.

Bei einer bestehenden Wunde ist konsequente Druckentlastung ein zentraler Teil der Behandlung. Wie entlastet wird, entscheidet das spezialisierte Team. Nur „vorsichtiger auftreten“ reicht häufig nicht.

Wunde nicht selbst behandeln

Druck vom betroffenen Bereich nehmen und noch am selben Tag Kontakt zur zuständigen Praxis oder Fußambulanz aufnehmen. Wunde sauber und steril abdecken, aber keine Hausmittel auftragen. Bei Infektionszeichen, schwarzem Gewebe, Fieber oder rascher Ausbreitung ist dringende Hilfe nötig.

Behandlung im spezialisierten Team

Das Team beurteilt Tiefe, Infektion, Durchblutung, Nervenschäden und Druckursache. Zur Behandlung können Wundreinigung, geeignete Auflagen, konsequente Entlastung, Infektionsbehandlung und Verbesserung der Durchblutung gehören. Blutzuckereinstellung, Ernährung und Rauchstopp beeinflussen den Verlauf.

Wundfotos und Maße werden datenschutzgerecht dokumentiert. Eine Wunde, die trotz Behandlung nicht kleiner wird, stärker riecht oder sich verfärbt, braucht eine erneute Ursachenprüfung. Bei drohender Amputation kann eine qualifizierte Zweitmeinung sinnvoll sein, sofern dadurch keine notwendige Notfallbehandlung verzögert wird.

Sofortige Warnzeichen

  • rasch zunehmende Rötung oder Schwellung
  • Eiter, übler Geruch oder Fieber
  • schwarze oder bläuliche Haut
  • neuer starker Schmerz trotz früherer Gefühllosigkeit
  • kalter blasser Fuß
  • allgemeine Schwäche, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme
Diese Zeichen können auf schwere Infektion oder Durchblutungsstörung hinweisen. Sie werden nicht bis zum nächsten Routinetermin beobachtet.

Wochencheck zur Vorbeugung

Prüfen Sie neben der täglichen Hautkontrolle einmal wöchentlich Schuhe, Einlagen, Nägel, Hornhaut und Pflegeprodukte. Fragen Sie nach Taubheit, Kribbeln und nächtlichen Schmerzen. Kontrolltermine bei Diabetespraxis, Fußambulanz oder Podologie werden eingehalten. Angehörige benötigen eine Einweisung, damit sie Veränderungen erkennen, ohne selbst Hornhaut oder Wunden zu behandeln.

Termin in der Fußambulanz vorbereiten

Nehmen Sie Medikamentenplan, Diabeteswerte, bisherige Wunddokumentation, Schuhe und Einlagen mit. Notieren Sie Beginn der Wunde, bisherige Behandlung, Fieber, Schmerzen und mögliche Druckursache. Fragen Sie nach Durchblutung, Infektionszeichen, Entlastung, Verbandmaterial und dem nächsten Kontrolltermin. Alle Beteiligten müssen wissen, wer Material verordnet und wer die Wunde versorgt.

Zu Hause nach dem Termin

Der schriftliche Plan wird an Pflegedienst und Angehörige weitergegeben. Schuhe oder Entlastungshilfen werden genau wie angeordnet verwendet. Ein Verband wird nicht zusätzlich „zur Sicherheit“ mit engeren Binden fixiert. Wenn die Wunde nässt, der Verband verrutscht oder die Entlastung nicht praktikabel ist, wird das Team kontaktiert, statt die Behandlung selbst zu verändern.

Häufige Fragen

Tut ein diabetisches Fußgeschwür immer weh?

Nein. Durch Nervenschädigung können selbst schwere Wunden schmerzarm sein.

Darf Hornhaut selbst entfernt werden?

Keine scharfen Werkzeuge oder ätzenden Mittel verwenden. Bei Risiko ist podologische Behandlung sinnvoll und kann verordnungsfähig sein.

Sind enge Schuhe nur unbequem?

Sie können unbemerkte Druckschäden verursachen. Passform und gegebenenfalls diabetesadaptierte Versorgung müssen geprüft werden.

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Quellen

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Ihr nächster Schritt

Sie wissen jetzt, was bei „diabetischer Fuß“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:

  1. 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
  2. 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
  3. 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.