Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 30.07.2026
In einer Selbsthilfegruppe treffen Menschen auf andere, die ähnliche Situationen kennen. Das kann Einsamkeit reduzieren, praktische Ideen liefern und helfen, Grenzen ernster zu nehmen. Eine Gruppe ersetzt keine Pflegeberatung oder Therapie, kann diese Angebote aber sinnvoll ergänzen.
Welche Gruppen gibt es?
- allgemeine Gruppen für pflegende Angehörige,
- krankheitsspezifische Gruppen, etwa zu Demenz oder Schlaganfall,
- Gruppen für Partnerinnen und Partner,
- Angebote für pflegende Eltern,
- Gruppen für junge Pflegende,
- Trauergruppen,
- digitale oder hybride Treffen.
Eine krankheitsspezifische Gruppe bietet oft detaillierte Alltagserfahrung. Eine allgemeine Angehörigengruppe kann stärker auf Belastung, Familie und Entlastung eingehen.
Wenn die Belastung wächst, hilft ein Beratungstermin zur Entlastung, um passende Angebote konkret zu planen.
So finden Sie ein Angebot
- örtliche Selbsthilfekontaktstelle suchen,
- NAKOS-Datenbanken für lokale und digitale Gruppen nutzen,
- Pflegestützpunkt oder Pflegekasse fragen,
- Kliniksozialdienst oder Arztpraxis ansprechen,
- Wohlfahrtsverbände und kommunale Beratungsstellen prüfen.
Die Nationale Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe informiert bundesweit und verweist auf mehr als 330 örtliche Kontaktstellen.
Woran Sie eine seriöse Gruppe erkennen
- freiwillige Teilnahme,
- respektvoller und vertraulicher Umgang,
- klare Moderation oder gemeinsam vereinbarte Regeln,
- keine Verkaufsverpflichtung,
- transparente Finanzierung,
- keine Heilversprechen,
- akzeptierte Grenzen zwischen Erfahrung und medizinischer Beratung.
Vorsicht ist geboten, wenn Medikamente abgesetzt werden sollen, kostenpflichtige Produkte als einzige Lösung gelten oder Mitglieder unter Druck gesetzt werden.
Das erste Treffen
Sie müssen nicht sofort Ihre gesamte Geschichte erzählen. Mögliche Fragen:
- Wie läuft ein Treffen ab?
- Wie groß ist die Gruppe?
- Ist eine Anmeldung nötig?
- Gibt es einen Teilnahmebeitrag?
- Werden Angehörige verschiedener Krankheitsbilder aufgenommen?
- Welche Regeln gelten für Vertraulichkeit?
Testen Sie zwei oder drei Treffen. Eine fachlich passende Gruppe kann menschlich trotzdem nicht zu Ihnen passen.
Digitale Selbsthilfe
Digitale Gruppen sind besonders hilfreich bei:
- Pflege auf Distanz,
- eingeschränkter Mobilität,
- seltenen Erkrankungen,
- fehlenden Angeboten im ländlichen Raum,
- Betreuungspflichten am Abend.
Prüfen Sie Datenschutz, Zugangsregeln und Moderation. Teilen Sie in offenen sozialen Netzwerken keine vollständigen Namen, Befunde, Versicherungsnummern oder Fotos anderer Personen ohne Einwilligung.
Grenzen der Selbsthilfe
Suchen Sie zusätzlich professionelle Hilfe, wenn:
- akute Selbst- oder Fremdgefährdung besteht,
- Gewalt in der Pflege droht,
- schwere depressive oder psychotische Symptome auftreten,
- medizinische Entscheidungen anstehen,
- Versorgung oder Finanzierung ungeklärt ist.
Bei unmittelbarer Gefahr wählen Sie den Notruf 112.
Häufige Fragen
Kostet eine Selbsthilfegruppe Geld?
Viele Gruppen sind kostenlos oder erheben nur einen kleinen Beitrag für Räume und Materialien. Kosten sollten transparent sein.
Muss ich regelmäßig teilnehmen?
Das hängt von der Gruppe ab. Verbindlichkeit hilft dem Vertrauen, darf aber nicht in Druck umschlagen.
Kann ich anonym teilnehmen?
Bei manchen digitalen oder offenen Angeboten ja. Geschlossene lokale Gruppen benötigen häufig eine Anmeldung.
Werden Gruppen von Fachkräften geleitet?
Selbsthilfe lebt vor allem vom Erfahrungsaustausch Betroffener. Manche Gruppen werden zusätzlich fachlich moderiert.
Weiterlesen
- Psychologische Hilfe für Pflegende
- Überlastung erkennen: die Warnzeichen
- Nach der Pflege: Trauer und Neuanfang
Quellen
Passende Themen zu Selbsthilfegruppe Angehörige
- Überlastung erkennen: die WarnzeichenVom Erschöpfungszustand zur Pflegekrise.
- Psychologische Hilfe für PflegendeVon der Beratungsstelle zur Psychotherapie.
Häufige Fragen
Kostet eine Selbsthilfegruppe Geld?
Viele Gruppen sind kostenlos oder erheben nur einen kleinen Beitrag für Räume und Materialien. Kosten sollten transparent sein.
Muss ich regelmäßig teilnehmen?
Das hängt von der Gruppe ab. Verbindlichkeit hilft dem Vertrauen, darf aber nicht in Druck umschlagen.
Kann ich anonym teilnehmen?
Bei manchen digitalen oder offenen Angeboten ja. Geschlossene lokale Gruppen benötigen häufig eine Anmeldung.
Werden Gruppen von Fachkräften geleitet?
Selbsthilfe lebt vor allem vom Erfahrungsaustausch Betroffener. Manche Gruppen werden zusätzlich fachlich moderiert.
Ihr nächster Schritt
Sie wissen jetzt, was bei „Selbsthilfegruppe Angehörige“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:
- 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
- 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
- 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.
Fragen zu „Selbsthilfegruppen und Austausch finden“? Wir beraten Sie persönlich.
In einem kostenfreien Gespräch ordnen wir Ihre Situation ein und sagen Ihnen, welcher Schritt jetzt wirklich hilft. Ihr Thema nehmen wir direkt mit in die Vorbereitung.
Kostenfrei und unverbindlich. Wir übergeben nur den Titel dieses Beitrags als Gesprächsanlass – keine Gesundheitsangaben.
