Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 30.07.2026
Eine fremde Umgebung, Schmerzen, Schlafmangel und viele wechselnde Personen können Menschen mit Demenz stark verunsichern. Gleichzeitig ist ihr Delirrisiko erhöht. Eine kompakte Notfallmappe und frühzeitige Abstimmung mit dem Behandlungsteam verbessern die Sicherheit.
Notfallmappe
- Diagnosen und Allergien,
- aktueller Medikamentenplan,
- Kontaktpersonen,
- Vollmacht und Patientenverfügung,
- Pflegegrad und Hilfebedarf,
- Hörgerät, Brille und Gehhilfe,
- Kommunikationsbesonderheiten,
- Ess-, Trink- und Schlafgewohnheiten,
- Verhalten bei Schmerz oder Angst,
- aktueller Ausgangszustand.
Originale wertvoller Dokumente zu Hause lassen; Kopien und digitale Sicherung nutzen.
Bei der Aufnahme mitteilen
- Wie orientiert ist die Person normalerweise?
- Was kann sie selbst?
- Welche Veränderung ist neu?
- Bestehen Weglauf-, Sturz- oder Schluckrisiken?
- Wie zeigt sie Schmerzen?
- Wer darf medizinische Informationen erhalten?
Der normale Zustand ist wichtig, um ein Delir zu erkennen.
Delir vorbeugen
Hilfreich können sein:
- Brille und Hörgerät verfügbar,
- vertraute Gegenstände,
- Tageslicht und Nachtruhe,
- ausreichende Flüssigkeit nach ärztlicher Vorgabe,
- Schmerzbehandlung,
- frühe Mobilisierung,
- Orientierung durch Uhr, Kalender und vertraute Person,
- unnötige Katheter oder sedierende Medikamente vermeiden, soweit medizinisch möglich.
Begleitung
Fragen Sie, ob Angehörige zu kritischen Zeiten unterstützen dürfen. Begleitung ersetzt nicht die Krankenhauspflege, kann aber Kommunikation, Essen und Orientierung erleichtern. Legen Sie fest, wer Hauptansprechperson ist, damit Informationen nicht widersprüchlich werden.
Medikamente und Einwilligung
Geben Sie keine eigenen Medikamente zusätzlich zur Krankenhausmedikation, ohne das Team zu informieren. Medizinische Entscheidungen trifft die einwilligungsfähige Person selbst. Bei fehlender Einwilligungsfähigkeit handelt eine berechtigte Vertretung nach Patientenverfügung, Behandlungswünschen oder mutmaßlichem Willen.
Entlassung früh planen
Das Krankenhaus ist zu einem Entlassmanagement verpflichtet. Klären Sie rechtzeitig:
- neue Medikamente und Absetzplan,
- Wundversorgung,
- Hilfsmittel,
- häusliche Krankenpflege,
- Reha,
- Kurzzeitpflege,
- Arzttermin,
- Transport,
- Warnzeichen für Wiedervorstellung.
Lassen Sie sich einen verständlichen Medikamentenplan und Entlassbrief geben.
Häufige Fragen
Darf ich rund um die Uhr bleiben?
Das hängt von medizinischer Notwendigkeit, Hausregel und räumlichen Möglichkeiten ab. Fragen Sie nach dem demenzsensiblen Konzept.
Was, wenn die Person plötzlich viel verwirrter ist?
Sofort das Team informieren und Delir abklären lassen.
Darf das Krankenhaus fixieren?
Nur unter engen medizinischen und rechtlichen Voraussetzungen. Mildere Maßnahmen müssen geprüft werden.
Kann direkt Kurzzeitpflege organisiert werden?
Ja, wenn Bedarf besteht und ein Platz verfügbar ist. Das Entlassmanagement soll die Anschlussversorgung rechtzeitig koordinieren.
Hinweis: Allgemeine Information; medizinische Entscheidungen trifft das Behandlungsteam gemeinsam mit der berechtigten Person.
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Quellen
Passende Themen
- Delir: die akute VerwirrtheitEin medizinischer Notfall, keine Demenz.
- Entlassmanagement: die ersten 72 StundenCheckliste für die Rückkehr nach Hause.
Häufige Fragen
Ab wann sollte man zum Arzt?
Wenn Vergesslichkeit den Alltag verändert – vergessene Termine häufen sich, vertraute Wege werden unsicher, das Wesen ändert sich. Eine frühe Abklärung schließt behandelbare Ursachen aus.
Wie reagiere ich auf immer gleiche Fragen?
Ruhig, kurz und ohne Korrektur antworten. Die Frage ist meist Ausdruck von Unsicherheit. Wiederholte Zurechtweisungen erhöhen die Unruhe, Bestätigung senkt sie.
Bekommen Menschen mit Demenz einen Pflegegrad?
Ja, häufig mindestens Pflegegrad 2 – auch bei körperlicher Selbstständigkeit. Entscheidend ist der Hilfebedarf bei Orientierung, Entscheidungen und Verhalten.