Stand: Juli 2026 · Fachlich geprüft am 31.07.2026
Positionierung: Bewegung unterstützen statt Menschen „ablegen“
Menschen, die sich wenig bewegen können, benötigen Unterstützung beim Positionswechsel. Ziel ist nicht eine starre Lagerung, sondern möglichst viel Eigenbewegung, Komfort, Atmung, Schmerzlinderung und Druckentlastung.
Ein fester Zweistundenplan passt nicht automatisch zu jedem Menschen. Intervalle und Positionen richten sich nach Hautzustand, Beweglichkeit, Schmerzen, Schlaf, Unterlage und individuellem Risiko.
Mögliche Hilfsmittel
- Positionierungskissen
- Keile und Rollen
- Fersenfreilagerung
- Gleit- und Wendehilfen
- druckverteilende Matratzen
- Sitzkissen
- Aufrichter und Haltegriffe
Normale weiche Kissen sind nicht immer ausreichend. Zu viele Kissen können Bewegung blockieren oder Fehlhaltungen verstärken.
Individuellen Plan erstellen
Eine Pflegefachkraft oder Therapie sollte beurteilen:
- Welche Bewegung gelingt selbst?
- Wo entstehen Druck und Schmerzen?
- Welche Positionen werden toleriert?
- Bestehen Atem- oder Schluckprobleme?
- Welche Hautstellen sind gefährdet?
- Wie kann die Pflegeperson rückenschonend unterstützen?
Dokumentiert werden können Position, Zeitpunkt, Hautbeobachtung und Reaktion.
Sicher bewegen
- Person nicht über das Bettlaken ziehen
- Reibung und Scherkräfte vermeiden
- vorhandene Fähigkeiten nutzen
- Bewegungen erklären und Zustimmung einholen
- Bett auf sichere Arbeitshöhe stellen
- Gleitmaterial nach Anleitung verwenden
- Schläuche und Katheter schützen
Pflegekurse zu Hause können konkrete Handgriffe vermitteln.
Druckentlastende Matratze
Eine Spezialmatratze kann Druck verteilen, ersetzt aber keine Bewegung und Hautkontrolle. Sie muss zu Gewicht, Risiko, Bett und Pflegeziel passen. Bei Wechseldrucksystemen sind Stromversorgung, Einstellungen, Geräusch und Notfallfunktion zu beachten.
Kostenübernahme
Lagerungshilfen oder besondere Matratzen können je nach Zweck Hilfsmittel der Krankenkasse oder Pflegehilfsmittel der Pflegekasse sein. Antrag, Verordnung oder pflegefachliche Empfehlung sollten den konkreten Bedarf beschreiben. Über die Kostenübernahme entscheidet die zuständige Kasse im Einzelfall.
Warnzeichen
Bei nicht wegdrückbarer Rötung, Blase, offener Stelle, schwarzem Gewebe, Wärme, Schwellung oder Schmerzen muss umgehend fachlich reagiert werden. Eine bestehende Wunde braucht einen Behandlungsplan.
Häufige Fragen
Weiterlesen
Quellen
Passende Themen zu Lagerungshilfen
- Dekubitusprophylaxe im AlltagBewegung, Lagerung, Hautkontrolle.
- Pflegebett: Auswahl und KostenübernahmeWann die Kasse zahlt und welche Modelle taugen.
Häufige Fragen
Was zahlt die Pflegekasse pauschal?
Für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel wie Handschuhe oder Bettschutzeinlagen gibt es 42 Euro monatlich – unabhängig vom Pflegegrad, ab Pflegegrad 1.
Wie hoch ist der Zuschuss für Umbauten?
Bis zu 4.180 Euro je Maßnahme für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie bodengleiche Dusche oder Türverbreiterung. Leben mehrere Anspruchsberechtigte zusammen, erhöht sich der Betrag.
Muss ich Hilfsmittel selbst bezahlen?
Bei technischen Hilfsmitteln der Krankenkasse fallen in der Regel 10 Prozent Zuzahlung an, höchstens 10 Euro pro Hilfsmittel. Eine Zuzahlungsbefreiung ist möglich.
Ihr nächster Schritt
Sie wissen jetzt, was bei „Lagerungshilfen“ gilt. So kommen Sie konkret weiter:
- 1Pflege-Check starten12 Fragen, danach Ihre Ansprüche im Überblick.
- 2Kostenlose Beratung buchen30 Minuten mit einer Pflegeberaterin, §7a SGB XI.
- 3Pflegegrad beantragenAntrag, Begutachtung und häufige Fehler.